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NDI-Streaming: Das Schweizer Taschenmesser unter den Übertragungsarten

NDI (Network Device Interface) ist eine netzwerkbasierte Übertragungsart im Gegenzug zum HD BaseT, wo auch ein Videosignal übertragen wird. Diese wurde 2015 durch das Unternehmen NewTek entwickelt mit dem Ziel ein multifunktionales Signal zu generieren, welches flexibel in bestehenden Videonetzwerken verwendbar ist – sei es via Netzwerk, WLAN oder auch Glasfaser. Zudem ist das Transkriptprotokoll kostenlos. Jedes Gerät kann sich mit jedem anderen Gerät verbinden und so wird jede Quelle auch gleichzeitig der Empfang. Wer es noch etwas professioneller mag, dem bietet das Unternehmen auch gebührenpflichtige Live-Videosoftware an. In diesem Beitrag erfahren Sie in weniger als 2 Minuten, ob sich der Einsatz von NDI auch für Sie lohnt.

Wo liegen die Vorteile von NDI?

Die Verbindung kann man über Switches laufen lassen, womit NDI-Protokolle mühelos über mehrere Stockwerke oder Standorte hinweg übertragen werden können. Auch bei Videokonferenzanlagen in grossen Auditorien macht der Einsatz von NDI dann Sinn, wenn z.B. auf Grund von Platzproblemen weitere Räume zugeschaltet werden müssen. Bei den Übertragungen gibt es ein geschütztes Protokoll, womit sichergestellt werden kann, dass die Übertragung nicht von weiteren Anbietern abhängig ist und keine weitere Software oder Codecs benötigt werden. Die NDI-Software kann die Übertragung komprimieren und auf der anderen Seite wieder entpacken, womit die Übertragung über ein Netzwerkprotokoll und nicht über eine Punkt-zu-Punkt Verbindung sichergestellt werden kann. NDI-Streaming ist generell vielseitig einsetzbar und viel offener als beispielsweise eine HDMI oder HDBaseT-Signal. Live-Tutorials nach YouTube streamen wird so ein Kinderspiel.

Wo kann man NDI sinnvoll einsetzen?

Im Bereich der Medientechnik wird NDI-Streaming auch gerne eingesetzt, vor allem dort, wo grosse Distanzen ohne Qualitätsverlust wichtig sind. Bei kabelgebundenen Videosignalen wie HDMI oder HDSDI kommen die Signale ab einer gewissen Distanz einfach nicht mehr an und Störungen sind vorprogrammiert. Bei Netzwerken ist eine Distanz bis ungefähr 100 Metern kein Problem – und hat man noch einen Switch, so kann man den Ort der Übertragung flexibel wählen. Je nachdem, ob beim Anwendungsbereich gestreamt oder gespeichert werden soll, eignen sich Kameras mit oder ohne NDI.

In Operationssälen wird NDI auch gerne eingesetzt. Ein Team kann zum Beispiel eine Schulung geben, was durch mehrere Kameras und Perspektiven gefilmt und als Live-Stream zur Verfügung gestellt wird. Angehende Ärzte können sich dann einer Closed-User Group einloggen und ortsungebunden über den Live-Stream die Operation mitverfolgen. In solchen Fällen wird meistens auch ein Aufzeichnungsgerät mit Festplatte als Middleware eingesetzt da von solchen Aufnahmen gerne Lernvideos und Tutorials erstellt werden.

NDI findet ihren Ursprung bereits einige Jahre zurück, ist aber in letzter Zeit massentauglich geworden da es in Bezug auf Live-Übertragungen multifunktional einsetzbar sind, diese mit verschiedenen Systemen angeboten werden und das Ganze preislich auch erschwinglich ist. So hat NDI auch immer mehr Einzug in Sitzungszimmer gefunden. Angeheizt wurde die Nutzung von NDI auch durch die Corona-Pandemie, als der Präsenzunterricht stark zurückgegangen ist. Die Vorzüge haben sich insofern gezeigt, als dass Live-Aufnahmen nicht via einfacher Videokonferenz mit Teams, Zoom & Co. stattfinden mussten, sondern mit professionellem Equipment, wo auch Kameras in verschiedenen Perspektiven zum Einsatz kommen. Eingesetzt werden kann NDI auch bei dezentralen Meetings, wo nicht nur eine statische Videokamera eingesetzt werden soll, sondern mehrere Kameras, womit auch ganze Auditorien professionell über diverse Blickwinkel übertragen werden können – gibt es eine Storage-Funktion, so können die Bilder auch im Nachgang bearbeitet werden. In den meisten Fällen werden aber gleichzeitig mehrere Perspektiven simultan als «Bild in Bild» gezeigt, z.B. eines mit dem Referentenmodus. Bei grösseren Übertragungen werden auch immer wieder Regisseure eingesetzt, die Bilder live umschalten und die Übertragung digital moderieren.

Was kostet NDI?

Hierzu gibt es keine klare Aussage: Entweder verfügt die Hardware über NDI, um das Transkriptprotokoll nutzen zu können oder nicht. Das NDI-Signal wird zur Übertragung genutzt und wenn ein NDI-Receiver vorhanden ist, so können die Daten kostenlos genutzt und weiterverarbeitet werden. Eine gute PTZ-Kamera, die auch eine gute Tiefenschärfe, Autofokus und Tracking hat und NDI-Protokolle unterstützt, ist nur minimal teurer als ein Gerät ohne NDI. Bei den Professional-Kameras ist NDI aber meistens standardmässig bereits integriert.